Ca. 20% Parkinsondiagnostizierter Patienten sollen an einem atypischen Parkinsonsyndrom (PSP;MSA;CBD) erkrankt sein. Die Dunkelziffer ist hoch. Charakteristische Augenbewegungsstörungen, Haltungsinstabilität, Bewegungsverlangsamung und Einschränkungen der Funktionen des Frontalhirns treffen die Patienten typischerweise um das 60. Lebensjahr – selten auch früher - und führen zu einem rasch fortschreitenden körperlichen und geistigen Verfall.

Während andere vergleichsweise seltene neurodegenerative Erkrankungen als eigenständige Krankheiten wahrgenommen, erforscht und behandelt werden, wird die PSP häufig als kleine Schwester der Parkinson-Krankheit mit geringerer öffentlicher und medizinisch-wissenschaftlicher Aufmerksamkeit betrachtet.

Daher gibt es in der medizinischen Versorgung der Patienten und in den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Erkrankung nach wie vor schmerzhafte Defizite: Das klinische Spektrum der Krankheit ist nach wie vor nur unzureichend beschrieben. Die aktuell gültigen diagnostischen Kriterien erkennen nur einen Bruchteil der tatsächlich Erkrankten. Bildgebende oder biologische Kennzeichen zur sicheren Diagnosestellung sind bislang noch nicht zuverlässig untersucht. Die genetischen und nicht-genetischen Risikofaktoren sind nur in Ansätzen verstanden.

Wegen der Seltenheit der Erkrankung können viele dieser Fragen nur in multi-zentrischer Zusammenarbeit suffizient bearbeitet werden. Vor diesem Hintergrund findet am 24.04.2020 zum 3.ten Mal die PSP-Konferenz in Deutschland statt. Auf diese Krankheitsbilder spezialisierte Ärzte und Wissenschaftler treffen sich zu einer Fortbildung um die Krankheiten in allen bekannten Facetten vorzustellen und zu definieren, welchen der drängenden Fragen sie sich gemeinsam widmen können und wollen.

Referenten:

Kosten: 0,00

CME-Punkte: 8

Termin(e):

24.04.2020

Fachgebiete:

Tags: Progressive supanukleäre Blickparese, PSP, Multisystematrophie, MSA, atypischer Parkinson, Parkinson, Parkinson+, Konferenz, Fortbildung, Hannover, MHH, Prof. Dr. Höglinger, Neurologie, Demenz, Frontotemporale Demenz, LAndesärztkammer Niedersachsen, De