Primäre Kopfschmerzen wie Migräne oder Kopfschmerz vom Spannungstyp beginnen oft im Kindes und Jugendalter und sind ein häufiger Vorstellungsgrund beim Pädiater. Dort sind solche primären Kopfschmerzen von sekundären Kopfschmerzen, d. h. solchen mit einer zugrundeliegenden Erkrankung, zu differenzieren. Im Falle primärer Kopfschmerzen sind diese möglichst näher einzuordnen und ggf. Risikofaktoren zu ermitteln. Die primäre Diagnostik besteht aus genauer Anamnese in Kenntnis des typischen Bildes primärer Kopfschmerzen, gründlicher körperlicher Untersuchung sowie einer ophthalmologischen Vorstellung. Nur wenn sich in dieser Primärdiagnostik Auffälligkeiten, insbesondere Red Flags für sekundäre Kopfschmerzen finden, sind weitere Untersuchungen angezeigt. Kopfschmerzen vom Spannungstyp benötigen meist keine medikamentöse Analgesie. Migräneattacken müssen dagegen i. d. R. frühzeitig mit einem ausreichend hoch dosierten Analgetikum (1. Wahl Ibuprofen) und/oder einem Triptan behandelt werden. In der Prophylaxe stehen dagegen verhaltensmedizinische Maßnahmen (Entspannungstechniken, Tagesstrukturierung, Ausgleichssport etc.) im Vordergrund. Eine medikamentöse Migräneprophylaxe ist nur selten indiziert.

Kosten: kostenfrei

CME-Punkte: 2 Bislang nur beantragt

Termin(e):

29.07.2020 - 16.12.2020

Fachgebiete:

Module: 1, Klasse I

Referent(en):

PD Dr. med. Friedrich Ebinger

Tags: Kopfschmerzen, Migräne